Der Gang zum Schlachter ist für die meisten Schweine das Ende eines kurzen, nicht angenehmen Lebens. Denn bei der konventionellen Fleischproduktion geht es vor allem um eines: Kotelett und Nackensteak müssen zu Kampfpreisen verkauft werden können - auf Kosten der Tiere, der Umwelt, der Schlachthofmitarbeiter. Corona hat die Debatte um das Billigfleisch angefacht, wieder einmal. Seit sich Hunderte Schlachthofmitarbeiter mit Covid-19 infiziert haben, steht die Fleischindustrie, allen voran die Firma Tönnies, in der Kritik.  

Clemens Tönnies, Unternehmer 
„Ich kann eins sagen, so werden wir nicht weitermachen.“ 

Das Firmenlogo mit dem vergnügten Schlachtvieh steht in direktem Widerspruch zu den Folgen, die die konventionelle Massentierhaltung verursacht.  Eigentlich müssten Fleisch und Milchprodukte deutlich teurer sein, denn ihre tatsächlichen Kosten sind viel höher als die Summe auf dem Preisschild im Supermarkt.   

Tobias Bandel, True-Cost-Analyst / Soil & More 
„Wenn es immer nur größer, schneller, weiter ist und am Ende billiger, dann sind Anreize im System. Die befolgen die Schlachthöfe auch nur, weil sie in dem System funktionieren müssen. Wenn wir jetzt sagen, wir müssen auch so etwas wie Wasser, Boden et cetera einpreisen, wenn man das auch kommunizieren würde, dann würde auch ein anderes Verhalten einsetzen, und da haben wir gerade eine Riesenchance, wenn wir jetzt nicht nur in Panik erstarren.“  

Doch was ist der wahre Preis von Fleisch? Wie viel kostet ein Schnitzel wirklich? Tobias Bandel ist gelernter Agrarwissenschaftler, er ist weltweit unterwegs, um zu analysieren, welche Kosten nicht auf dem Kassenbon stehen.   

Tobias Bandel, True-Cost-Analyst / Soil & More 
„Man kann schon von Faktor drei ausgehen, das heißt, ein Stück Fleisch, das 2 bis 3 Euro kostet, sind dann 6 bis 10 Euro.“  

Ein Problem: Weltweit werden 70 Prozent der Äcker nur…