Zwei Scheiben Knäckebrot, ein Paar hartgekochte Eier und Naturjoghurt – so sieht das Frühstück von Ballettschülern in der Jugend-Fantasyserie „Find me in Paris“ (2018) aus. Jeff Chase, gespielt von Castle Rock, ist Eleve an der Pariser Oper und kommentiert das Mahl mit einer Portion Ironie. Es sei „nicht langweilig“, aber auch „nicht ausgefallen“ – ein „Klassiker“ eben. Mit Szenen wie dieser zeigt die vom öffentlich-rechtlichen Sender ZDF koproduzierte Serie, was außer dem eigentlichen Training dazu gehört, um einmal den Traum eines Meistertänzers oder einer Primaballerina leben zu können. Es sind Entbehrungen in verschiedenen Bereichen des Lebens, die Ernährung ist nur eine davon. 

Heftige Vorwürfe gegen zwei renommierte Ballettschulen

Zwei Elite-Ausbildungsstätten – die Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik (SBB) sowie die Ballettakademie der Wiener Staatsoper – haben jüngst mit Skandalen auf sich aufmerksam gemacht. Über eine möglicherweise strukturell begünstigte Kindeswohlgefährdung an den vorübergehend geschlossenen Schulen in Berlin und Wien hat auch die DW berichtet. An beiden Orten wurden Sonderkommissionen zur Prüfung eingesetzt.

Ein Zwischenbericht dieser Expertenrunde bestätigt mittlerweile die Vorwürfe gegen die Staatliche Ballettschule Berlin und Schule für Artistik (SBB). Dazu gehört eine unabhängige Clearingstelle, die im Frühjahr unter Federführung einer Psychologin und eines Bildungsexperten über 100 Gespräche mit Eltern, Schülern und Lehrern der Schule geführt hat. Konkret heißt es im Zwischenfazit: An der SBB habe ein „Klima der Angst“ geherrscht, es habe physische wie psychische Gewaltausübung gegeben, emotionale Vernachlässigung und Vernachlässigung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht, wie die  „Redaktion rbb24 Recherche“ die Experten zitiert. Auch sexuelle Übergriffe werden erwähnt. Vergewaltigungen habe es indes nicht gegeben.

Absolventinnen der Stuttgarter Eliteschule…