Die Wirtschaftsprüfer von EY hatten bei Wirecard fehlende Nachweise über die Existenz von 1,9 Milliarden Euro bemängelt. Angeblich soll der Dax-Konzern sie auf Treuhand-Konten in Asien geparkt haben. Am Freitag erklärten die BDO Unibank und die Bank of the Philippine Islands (BPI) jedoch unisono: „Wirecard ist kein Kunde von uns.“

Nun hat laut Nachrichtenagentur Reuters auch die Zentralbank der Philippinen mitgeteilt: Das Geld befindet sich nicht im Land. „Der erste Bericht besagt, dass kein Geld auf die Philippinen gelangt ist“, erklärte demnach Benjamin Diokno, Präsident der Bangko Sentral ng Pilipinas. Die Zentralbank untersuche den Fall weiter.

Am Freitag hatte BPI erklärt, Dokumente, die externe Prüfer von Wirecard vorgelegt hätten, seien gefälscht. Man werde den Fall weiter untersuchen. BDO erklärte, Papiere, die ein Konto von Wirecard bei der Bank bestätigen sollten, trügen gefälschte Unterschriften von Bankenvertretern.

Viertel der Bilanzsumme nicht auffindbar

Wirecard hatte am Donnerstag die Veröffentlichung des lange erwarteten Jahresabschlusses 2019 zum vierten Mal verschoben mit der Begründung, dass die Abschlussprüfer von EY keine Hinweise auf das Vorhandensein der 1,9 Milliarden Euro gefunden hätten. Der Betrag entspricht rund einem Viertel der Bilanzsumme. Wirecard selbst sieht sich als Opfer und hat Anzeige gegen unbekannt gestellt. Die Konzernspitze glaubt, um das verschwundenen Geld betrogen worden zu sein.

Angesichts dieses neuen Höhepunkts im Bilanzskandal haben sich auch am Samstag viele Anleger von Wirecard-Aktien getrennt. Beim Broker Lang & Schwarz notierten die Papiere des Dax-Konzerns am frühen Nachmittag bei 22,25 Euro und damit knapp 14 Prozent unter ihrem Freitagsschlusskurs. Der Tagesumsatz war mit zuletzt rund zwei Millionen Euro außergewöhnlich hoch.

Lassen die Banken Wirecard fallen?

Die Gläubigerbanken wollen Wirecard jedoch zumindest kurzfristig offenbar nicht fallen lassen. „Keiner hat ein Interesse daran, den Kredit…