Auf seiner ersten großen Wahlkampfveranstaltung seit Beginn der Coronakrise hat US-Präsident Donald Trump vor einem deutlich kleineren Publikum als erwartet gegen die Anti-Rassismus-Protestbewegung ausgeteilt.

„Der verwirrte linke Mob versucht, unsere Geschichte zu zerstören, unsere Denkmäler – unsere schönen Denkmäler – zu entweihen, unsere Statuen niederzureißen und jeden zu bestrafen, abzusagen und zu verfolgen, der seinen Forderungen nach absoluter und vollständiger Kontrolle nicht entspricht. Wir fügen uns nicht“, sagte Trump am Samstagabend in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma. Er trat in einer Multifunktionsarena auf, die gut gefüllt war, aber längst nicht bis auf den letzten der 19.000 Plätze.

Den Namen des Afroamerikaners George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden war, erwähnte Trump kein einziges Mal. Auch Rassismus oder Polizeigewalt thematisierte Trump bei seiner mehr als eineinhalbstündigen Rede nicht. Stattdessen sagte der Republikaner mit Blick auf die Wahl im November unter Applaus: „Wenn die Demokraten an die Macht kommen, dann werden die Randalierer das Sagen haben und niemand wird mehr sicher sein.“

Warnung vor der „radikalen Linken“

Trump sagte weiter: Die Demokraten wollten Polizeibehörden im ganzen Land die Finanzierung entziehen und diese auflösen. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, habe sich „der radikalen Linken ergeben“.

Trump hat den Tod von Floyd mehrfach verurteilt und das Recht auf friedliche Demonstrationen betont. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und zu wenig Verständnis für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu zeigen. Die andauernden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt kommentiert er meist unter Sicherheitsaspekten. Floyds Tod in Minneapolis am 25. Mai in Minneapolis hat zu landesweiten Protesten geführt, die anfangs teilweise in Ausschreitungen und Plünderungen ausgeartet waren.

Im Publikum trugen…