DW: Der sechste Titel der Vereinsgeschichte ist vorzeitig perfekt, der vierte in Serie. Wie zufrieden macht Sie das?

Ralf Kellermann: Vor der Saison haben der FC Bayern und wir die Meisterschaft als Ziel ausgesprochen. Dass wir dann am drittletzten Spieltag mit acht Punkten Vorsprung den Titel eingetütet haben, macht uns sehr glücklich – zumal es lange auf der Kippe stand, ob die Saison Corona-bedingt überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Von daher war es eine ganz besondere Situation.

Ähnlich wie den Bayern in der Männer-Bundesliga hat auch die Corona-Pause auch die „Wölfinnen“ offenkundig nicht aus dem Tritt gebracht. Wie fühlt sich so eine „Geister-Meisterschaft“ an?

Für uns alle war es außergewöhnlich, und man möchte sich auch nicht daran gewöhnen. Wir waren die beste Mannschaft, wir haben auch schon vor Corona eine beeindruckende Serie hingelegt. Unter den aktuellen Bedingungen fehlt allerdings etwas die Emotionalität, nicht zuletzt weil die Fans nicht dabei sein können. . Aber man freut sich ja auch untereinander normalerweise ganz anders, umarmt sich beim Jubeln auch mal und lässt die Freude raus. Ich glaube, alle Beteiligten sind sich einig: Für den Moment geht es nicht anders, aber hoffentlich  ändert es sich bald wieder

Überfliegerinnen der Saison: Ohne Niederlage zum vorzeitigen Meistertitel

Wie hart hat die Corona-Krise den deutschen Frauenfußball getroffen?

Das ist schwer zu sagen, weil die Krise noch nicht vorbei ist. Aber wir sind die einzige Topliga im Frauenfußball, die ihre Liga-Saison zu Ende spielen konnte. Damit haben wir uns international sehr viel Anerkennung erarbeitet. Wir hoffen, dass wir dadurch den Anschluss, den wir zeitweise im Vergleich zu Frankreich, England und Spanien verloren hatten, wiederherstellen können.

Die „Wölfinnen“ haben noch kein Spiel in dieser Bundesliga-Saison verloren, mit Abstand die meisten Tore erzielt und auch die wenigsten kassiert. Ist es übertrieben zu sagen, das Team ist in Deutschland eine…