SPIEGEL: Herr Schulze-Makuch, gibt es Außerirdische, und wenn ja, wie viele? Drei Dutzend extraterrestrische Zivilisationen könnte es allein in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, geben, heißt es in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal“. Was ist davon zu halten?

Schulze-Makuch: Nun ja, die Autoren gehen davon aus, dass das Leben auf weit entfernten Planeten ganz ähnliche Stadien durchläuft wie das Leben hier. Aber die Erde ist nicht das Maß aller Dinge. Von dieser erdzentrischen Vorstellung sollten wir uns freimachen.

SPIEGEL: Wie würden Sie nach Leben im All suchen?

Schulze-Makuch: Bevor wir über Zivilisationen spekulieren, sollten wir eher nach Einzellern suchen. Ich würde schauen, ob ich in der Atmosphäre von Exoplaneten bestimmte Biosignale finde, zum Beispiel Anzeichen für Sauerstoff, der von Mikroben oder Pflanzen stammen könnte, die Fotosynthese betreiben. Oder nach Hinweisen auf Methan, das womöglich von Bakterien produziert wird.

SPIEGEL: Wo würden Sie suchen?