Die britische Regierung will die Übernahme wichtiger heimischer Unternehmen durch ausländische Investoren in bestimmten Fällen erschweren. Entsprechende Gesetzesänderungen würden demnach am Montag eingeführt. Dadurch soll der Regierung etwa ein Einschreiten im Gesundheitssektor ermöglicht werden, sollte durch eine Firmen-Übernahme der Kampf gegen Krisen wie die aktuelle Corona-Pandemie gefährdet werden.

Die Regierung sei handlungsbereit, „wenn es zum Schutz unserer nationalen Sicherheit notwendig ist“, sagte Wirtschaftsminister Alok Sharma. Großbritannien sei „offen für Investitionen, nicht aber für Ausbeutung.“ Die Regierung hat bereits jetzt die Befugnis, Übernahmen genauer zu prüfen, unter anderem aus Gründen der nationalen Sicherheit oder der finanziellen Stabilität. Sie kann eine Investition blockieren oder von einem Käufer Zusicherungen über seine Pläne einholen. Künftig kann die Regierung jedoch auch zum Beispiel bei Pharmaunternehmen aktiv werden.

Auch andere Länder haben reagiert, um den Ausverkauf von Unternehmen als Folge der Coronakrise zu erschweren. Die Bundesregierung änderte wegen der Pandemie ihre Pläne zur stärkeren Überprüfung von Firmenübernahmen aus dem Nicht-EU-Ausland. Sie will etwa Beteiligungen im Gesundheitssektor stärker unter die Lupe nehmen: Sollten chinesische Investoren zum Beispiel bei einem Hersteller von Beatmungsgeräten in größerem Stil einsteigen wollen, könnte der Staat künftig leichter ein Veto einlegen.

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