Koral Elcis eigentliche Mission ist es, mit seiner „Kitchen Guerilla“ gesundes Essen in deutsche Kantinen zu bringen. Seit dem Ausbruch der Pandemie setzt sich der Hamburger Eventgastronom mit seinen Geschäftspartnern Johannes Riffelmacher und Patrick Rüther jedoch vor allem dafür ein, dass seine Branche nicht vor die Hunde geht.

Vor einigen Wochen stellte die Truppe 420 leere Stühle auf den Hamburger Rathausmarkt, diese Woche übergab sie eine Petition mit 123.000 Unterschriften an das Bundeswirtschaftsministerium. Nun will sie noch schwerere Geschütze auffahren – und Entschädigungen notfalls vor Gericht einklagen.

Die Gastronomen haben sich mit der Berliner Kanzlei Gansel Rechtsanwälte zusammengetan, um einen Feldzug gegen den Staat zu planen und möglichst viele Kollegen zum Mitmachen zu bewegen. „Gastronomen traf die Krise härter als viele andere“, sagt Elci. „Es wäre nur gerecht, wenn die Gesellschaft da einen Ausgleich schafft.“

Viele Juristen sind überzeugt, dass Tausenden Unternehmen wegen des Lockdowns Entschädigung zustehe. Nicht nur Restaurants oder Hotels, sondern auch Fitness- und Yogastudios, Eventagenturen oder Einzelhändler seien aus seiner Sicht anspruchsberechtigt, sagt der Berliner Rechtsanwalt Wolfgang Schirp, der deutschlandweit etwa 430 Mandanten vertritt.