Der Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies hat schwerwiegende Folgen: Tausende befinden sich in amtlicher Quarantäne, mehr als 1000 Tests im Zusammenhang mit dem Ausbruch bei Tönnies waren bereits positiv. Einen regionalen Lockdown im Kreis Gütersloh soll es zunächst jedoch nicht geben. Das gab Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bei einem Ortsbesuch bekannt.

Es gebe zwar „ein enormes Pandemie-Risiko“, sagte der CDU-Politiker. Das Infektionsgeschehen sei aber klar bei der Firma Tönnies lokalisierbar, und es gebe keinen „signifikanten Übersprung“ hinein in die Bevölkerung. Deshalb gelte laut Laschet weiterhin, „dass wir einen flächendeckenden Lockdown im Moment nicht ausschließen können, aber solange wir alles tun, dass es gelingt, dass es nicht überspringt auf die Bevölkerung, wir andere bessere zielgerichtetere Maßnahmen ergreifen können.“

Corona-Tests bei Tönnies fast abgeschlossen

Mittlerweile konnten zudem fast alle Tests abgeschlossen werden. Eine aktuelle Zahl über die positiven Befunde gab Laschet nicht bekannt. Am Samstagnachmittag stieg die Zahl der Infizierten auf 1029 Personen an. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Verantwortlichen bereits 3127 Tests ausgewertet.

Laschet hatte am Vormittag gemeinsam mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an einer Sitzung des Krisenstabs im Kreis Gütersloh teilgenommen. Bei der Sitzung waren auch Vertreter der Botschaften Rumäniens, Polens und Bulgariens anwesend. Der Ministerpräsident hatte dem Kreis Gütersloh anschließend weitere Hilfen angeboten.

Das Land sei über die schon entsandten Kräfte hinaus bereit, „jegliches Personal zu organisieren, das gebraucht wird“, sagte Laschet. Das Wichtigste sei nun die Kontaktnachverfolgung von Infizierten und die strikte Einhaltung der Quarantäne. Sowohl Gesundheitsbehörden im Land als auch die Polizei würden verstärkt Kräfte bereitstellen.

Laschet dankte im Krisenstab allen Einsatzkräften vor Ort. Alle Beteiligten…