Für insgesamt zehn Angriffe seien die militant-islamistischen Taliban-Milizen verantwortlich, heißt es im Bericht, in drei Fällen stehen Regierungstruppen in der Kritik. Als Beispiele für die Vorkommnisse erwähnt die Unama einen Taliban-Angriff auf eine Apotheke sowie die Bombardierung von verwundeten Taliban-Kämpfern vor einer Klinik durch die Luftwaffe.

Ein Angriff auf eine Entbindungsstation der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Kabul wird derweil keiner bestimmten Konfliktpartei zugeschrieben. Bei dem Vorfall Mitte Mai wurden 24 Menschen getötet, meist Mütter mit neugeborenen Kindern. Auch eine Hebamme der Hilfsorganisation kam ums Leben. Am Montag hatte Ärzte ohne Grenzen angekündigt, die betroffene Station zu schließen.

Unama-Chefin Deborah Lyons sagte: „In einer Zeit, in der eine dringende humanitäre Reaktion erforderlich war, um jedes Leben in Afghanistan zu schützen, haben sowohl die Taliban als auch die nationalen afghanischen Sicherheitskräfte vorsätzliche Gewalttaten begangen, die die Operationen im Gesundheitswesen untergruben.“ Im Bericht heißt es, es sei „von größter Bedeutung für den Schutz der Zivilbevölkerung, dass die Taliban und die Regierung Afghanistans die Kämpfe jetzt einstellen“.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Afghanistan mehr als 100.000 Zivilisten verletzt oder getötet.

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