US-Präsident Donald Trump hat den einflussreichen Bundesanwalt für Manhattan, Geoffrey Berman, gefeuert. „Da Sie erklärt haben, dass Sie nicht die Absicht haben, von Ihrem Amt zurückzutreten, habe ich den Präsidenten gebeten, Sie mit sofortiger Wirkung abzusetzen, und er hat dies getan“, schrieb Justizminister William Barr in einem von US-Medien verbreiteten Brief an Berman. Barr hatte bereits am Vorabend den Rücktritt Bermans verkündet, was dieser aber vehement bestritt.

Wörtlich erklärte Berman am Freitag: „Ich habe heute Abend aus einer Pressemitteilung des Justizministers erfahren, dass ich als US-Staatsanwalt ‚zurücktrete‘. Ich bin nicht zurückgetreten, und ich habe nicht die Absicht zurückzutreten.“ Dies gelte, bis der US-Senat einen Nachfolger für ihn bestätigt habe. „Bis dahin gehen unsere laufenden Ermittlungen ohne Unterbrechung weiter.“

Einflussreiche Position in der Justiz

Der Bundesanwalt für Manhattan gilt allgemein als einer der mächtigsten Staatsanwälte der Vereinigten Staaten. Seit seiner Berufung im Januar 2018 hatte Berman nicht nur in Terrorismusfällen und zu mutmaßlicher Finanzkriminalität an der Wall Street ermittelt, sondern unter anderem auch die Ermittlungen gegen Trumps früheren Anwalt Michael Cohen geleitet, der wegen Meineids im Kongress zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Er nahm außerdem Trumps derzeitigen Anwalt Rudy Giuliani wegen dessen Bemühungen ins Visier, in der Ukraine schädliche Informationen über Trumps Rivalen Joe Biden zu finden.

Traf die überraschende Personalentscheidung: William Barr

Der 60-jährige Jurist führte zudem die Ermittlungen in der Missbrauchs-Affäre um den inzwischen verstorbenen Millionär Jeffrey Epstein. In deren Zusammenhang hatte er sich Anfang Juni einen Schlagabtausch mit Prinz Andrew geliefert. Dabei warf der Staatsanwalt dem Sohn der britischen Königin Elizabeth II. vor, sich „fälschlich als eifrig und willig zur Kooperation“ darzustellen, in Wahrheit aber nicht mit den…