Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Mitte März hatten 25 US-Menschenrechts- und Hilfsorganisationen die Trump-Administration aufgefordert, inmitten der COVID-19-Krise die Sanktionen gegen den Iran zu beenden, denn der Virus habe sich in Iran als besonders verheerend manifestiert. Zum Zeitpunkt des Aufrufs hatte es im Iran 21.638 bestätigte Fälle und 1.685 Corona-Tote gegeben. Mit Stand vom 7. April belaufen sich die Infektionen laut offiziellen Angaben aus Teheran auf 62.589 Fälle und die Zahl der Toten auf fast 4.000. (1)

Im gemeinsamen Appell der 25 US-Organisationen, zu der auch die nicht-zionistische, jüdische „J Street“ gehört, heißt es, dass die US-Sanktionen die Situation im Land zweifellos verschlechtern würden, denn dadurch würde die iranische Wirtschaft geschwächt und es würde schwieriger, die zur Bekämpfung der Seuche notwendigen medizinischen Produkte zu importieren. Der Appell, der als Mindestmaßnahme eine sofortige Aussetzung der Sanktionen für wenigstens 120 Tage forderte, war sowohl an Präsident Trump, als auch an seine Minister für Finanzen, Steven Mnuchin und an Außenminister Mike Pompeo gerichtet.

Es sei auch im Interesse der USA, wenn auch im Iran die weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt würde. Zugleich wäre das eine starke humanitäre Geste für die mehr als 80 Millionen Iraner, die unter der Pandemie leiden. Die Sanktionen würden es den einfachen Menschen in Iran erschweren, grundlegende Güter und Dienstleistungen zu sichern, um die Krise zu überstehen“, hieß es in dem Brief. (2)

Aber auch die Hohe Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, die von 2014 bis 2018 Ministerpräsidentin Chiles war, hatte angesichts der Corona-Krise ein Ende der US-Sanktionen nicht nur gegen Iran gefordert, sondern auch gegen Kuba, Venezuela und andere Länder, die der US-Hegemon bestraft, weil sie sich nicht unterordnen wollen. Auch in der Erklärung von Bachelet vom 24. März…